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Verletzten | Kranken | Geld

Wenn es um das Bezahlen geht, sind alle gleich ...

Am 21. Juni erhielt ich meine letzte Zahlung des Verletztengeldes bis einschließlich 14. Juni 2017. Eigentlich hätte die nächste Zahlung Anfang Juli erfolgen müssen. Sie kam aber nicht.

Also fragte ich nach ...


Man hätte nicht zahlen können, weil die entsprechende Krankmeldung nicht vorliegen würde.


Ich war bis einschließlich 30.06. 2017 arbeitsunfähig und diese Krankmeldung war auch die Grundlage für die Zahlung bis zum 14.06.2017.


Wir können nur im Nachhinein zahlen, nicht im voraus. Aaaah ja verstehe. Also liegt der Zahlungstermin Anfang Juli vor dem 14.06.2017.


Ääääh nein, nein ... es liegt sicher daran, dass der Beleg zum Scannen muss. Erst wenn er gescannt ist, kann gezahlt werden.
Oh, aha ... dann wird der Beleg 2x gescannt.
Nein, wieso. Na, wenn er gescannt ist und man bis zum 14.06.2017 gezahlt hat, müsste man ja dann auch bis zum 30.06.2017 zahlen können.


Sie haben doch sicher alle Krankmeldungsbelege griffbereit. Die Durchschriften meine ich. Scannen sie die doch mal eben ein und schicken sie mir die zu. Dann kann ich alles kontrollieren und den Vorgang beschleunigen. Wahrscheinlich ist auf dem Postweg etwas verloren gegangen.
Ist es nicht, alle Belege wurden persönlich in der Geschäftsstelle abgegeben. Außerdem kann nichts fehlen, weil ohne Belege nicht hätte bis zum 14.07.2017 gezahlt werden können.
Ja dann werde ich mal ...
Ich bitte darum !!! 
Es kann nicht sein, dass man mir das Geld vorenthält !!!

Ja, ja ich schau mal, dass es diese Woche noch klappt ...

Fazit:
Kundenservice: ohne Worte !!! Ich darf nicht darüber nachdenken, was wäre, wenn ich mich nicht selbst um meine Angelegenheiten kümmern könnte. 


Hei|lungs|pro|zess

Der Begriff Heilung bezeichnet den Prozess der Herstellung oder Wiederherstellung der körperlichen und seelischen Integrität aus einem Leiden oder einer Krankheit, oder die Überwindung einer Versehrtheit oder Verletzung durch Genesung. 

In der Medizin wird Heilung als Wiederherstellung der Gesundheit unter Erreichen des Ausgangszustandes (restitutio ad integrum) durch den Körper definiert.

Quelle Internet • Wikipedia


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Der Berufsgenossenschaft dauert meine Heilung zu lange. Auf den Arzt wird Druck ausgeübt. Es gibt wohl eine Norm für meine Verletzung und an die habe ich mich doch bitte zu halten, ansonsten werden spezielle Ärzte der BG sich meiner annehmen.

Das würde bedeuten, dass dann alle weitere Untersuchungen und Anwendungen in Tübingen stattfinden.  Von meinem Wohnort aus beträgt die einfache Strecke 126 km ...

Ob die dortigen Ärzte meinen Zustand direkt verändern können?
Jeder Mensch ist anders ...

Nein!

Die Gesellschaft ist auf junge und gesunde Menschen ausgelegt, die keine Geld kosten.
Heilungsprozesse unterliegen bestimmten Normen und einem vorgegebenen Budget.

Traurig, aber wahr !!!

Unterschiede

Wenn man gesund bzw. nicht davon betroffen ist, macht man sich über unser Gesundheitssystem keine Gedanken. Warum auch? 

Wir sind ja abgesichert und, im Vergleich zu anderen Staaten, sehr gut versorgt. Als Pflichtversicherter können wir aus einer großen Anzahl gesetzlicher Krankenkassen wählen und lassen uns durch Preis und Leistung beeinflussen. Man geht davon aus, dass man als gesetzlich Versicherter *gleich* behandelt wird, bis auf die Unterschiede der einzelnen Kassen, wie z.B. Erstattungen für homöopathische Anwendungen.

Wenn ich in meiner Freizeit die Treppe herunterfalle und mir eine Weber B Fraktur zuziehe, dann
  • zahle ich pro Tag meines Krankenhausaufenthaltes 10 €.
  • habe ich Rezeptgebühren bezahlen.
  • muss ich den Höhenausgleich für meinen Schuh selbst bezahlen.
  • erhalte ich 6 Anwendungen beim Physiotherapeuten.
  • erhalte ich nach Ablauf der Lohnfortzahlung Krankengeld = 70% des regelmäßigen beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelts oder Arbeitseinkommens jedoch höchstens 90% des Nettoarbeitsentgelts.
Wenn es ein Arbeitsunfall ist, dann
  • entfällt meine Zuzahlung für das Krankenhaus.
  • zahle ich keine Rezeptgebühren.
  • übernimmt die BG (Berufsgenossenschaft) die Kosten für den Höhenausgleich.
  • erhalte ich 10 Anwendungen beim Physiotherapeuten.
  • erhalte ich Verletztengeld, welches 10% höher ist als das Krankengeld und bei dem Feiertags- und Nachtzuschläge berücksichtigt werden. 

Kleine, aber feine und je nach Fall gravierende Unterschiede.

Jetzt habe ich durch Zufall mitbekommen, dass es auch bei der Dauer der Physiotherapie pro Termin zeitliche Unterschiede, wie z.B. bei Lymphdrainage, gibt.

Der Heilungsprozess ist also je nach Art des Unfalls (privat, geschäftlich) offensichtlich unterschiedlich oder wird anders bewertet ...

... ich hatte also Glück im Unglück!

Treppensturz • Tag 3 und ff

Für mich waren die beiden Spätschichtler *Pat und Patachon*. Klein und mollig (sie), groß und schlank (er) ....

Hatten Sie Stuhlgang?

Ja, kann ich dann bitte frisches Eis bekommen?

Hol mal Eis.

Der Blutdruck wurde gemessen, die Thrombosespritze in den Bauch gejagt und dann steckte man mir und meiner Zimmernachbarin nacheinander das Fieberthermometer ins Ohr. Ich habe nicht gesehen, dass man den Aufsatz gewechselt oder desinfiziert hatte.

Am Tag nach der OP kam die Physiotherapeutin und begann mit leichten Bewegungen = Beugen und Strecken des Fußes. Da fand ich sie noch ganz nett. 

Am zweiten Tag nach der OP durfte ich mit dem Gehbock erste Hüpfversuche im Flur absolvieren. Sehr anstrengend, aber es hat ganz gut geklappt.

Am dritten Tag nach der OP waren Bein und Fuß weiter abgeschwollen und ich durfte für einen kurzen Zeitraum den VACOped tragen. Wie das Teil funktioniert, wurde mir nicht erklärt.

Da ist doch eine Anleitung dabei ...

Die Physiotherapeutin erschien mit Personenwaage, Gehbock und Krücken, sah mich von oben bis unten an und meinte:

Krücken sind nichts für Sie!

Die Gehübungen mit dem Gehbock arteten in einem Desaster aus, weil ich zu *blöde* war, das Belastungsgefühl für das linke Bein umzusetzen. Ohne das Wort zu benutzen, konnte ich es mehr als deutlich aus ihrem Verhalten, Gesten und Augenrollen hören ...

Fazit:

Der Aufenthalt war nicht angenehm.
Das Bett wurde nur einmal gemacht.
Es gab keine Angebote für Hilfe.
Ich kam mir lästig vor.
Ich wurde nicht gut versorgt.

Treppensturz • Tag 2

Nicht erschrecken, ich bin die Nachtschwester. Wen haben wir denn da?

Zu der Stimme gehörte eine etwas kräftigere Dame mit Dutt, die in tänzelnden Bewegungen ihre Hose bis unter die Achseln zog. Wie kommt denn Susi, aus dem Film Kohlhiesel's Töchter hier ins Zimmer?

Na, wie geht's denn dem Beinchen? Noch ein paar Eiswürfel gefällig? Wir wollen doch morgen operiert werden.

Wir? Ich mag es *sehr*, wenn man in der dritten Person mit mir spricht. Man fühlt sich dann direkt *aufgewertet* ...

Nach der Morgenvisite stand fest, dass ich unters Messer komme.

Eingekleidet mit Stützstrumpf, Hemdchen, Häubchen und einer Filzstiftmarkierung auf dem linken Bein ging es in Richtung OP. Der Schlüssel für meinen Safe hing auf Anweisung der Schwester oben an einem der Infusionshaken.

Da ist er sicher und kann nicht wegkommen.

In der Schleuse wurde ich in die Hände einer recht resoluten OP-Schwester übergeben. Die Tür zum OP stand auf und die Piepsen der Geräte verliehen der Szene nicht unbedingt eine Wohlfühlatmosphäre.

Aaaah ich sehe, dass Sie schlechte Venen haben. Das ist ein Problem für den Zugang. Aber keine Sorge, das regle ich anders.
Drehen Sie mal den Arm um ....

Noch bevor ich reagieren konnte, jagte er mir die Nadel in die Vene unter dem Handgelenk. Es tat richtig gut, als der Schmerz nachließ ...

Hallo, jetzt lassen Sie doch den Arm liegen. Haaallo! Lassen Sie den Arm liegen, ich muss Blutdruck messen.

Die Realität hatte mich wieder und ich war gemeint. Es war richtig angenehm, so freundlich geweckt zu werden. Noch etwas benommen von dem Narkosemittel, bemerkte ich, dass ich nicht in meinem Bett lag. Kissen und Decke waren anders bezogen und der Schlüssel war nicht mehr da. Später erklärte man mir, dass man die Betten versehentlich vertauscht hätte und ich in dem Bett eines ambulanten Patienten gelandet war ...
Am Nachmittag erfolgte die Umbettung und konnte wieder an meinen Safe.

Auf Anweisung des Arztes sollte ich das Bett auf keinen Fall alleine verlassen. Also musste ich klingeln und darum bitten, dass man mit mir zur Toilette geht.

Wieso? Gestern ging es doch auch alleine, sie rollen doch eh mit dem Toilettenstuhl dort hin.

Ich bin heute operiert worden und fühle mich noch nicht so fit, um alleine vom Bett auf den Toilettenstuhl zu hüpfen und da ist ja auch noch die Drainage ...

Denken Sie sich einfach, dass die Drainage eine Handtasche ist und halten sie in der Hand ... 

Hilfe und Unterstützung beim Umsetzen bekam ich nicht. Man stand lediglich hinter dem Stuhl und beobachtete meine unbeholfene Hüpfaktion ...

Treppensturz • Tag 1

Und plötzlich ist nichts mehr so, wie es vorher war ....

Wie oft hat man das schon gehört? Aber das schiebt man weit von sich weg und macht sich keine Gedanken. Wenn, mich wird das nie treffen ...

Dachte ich auch.

Am 27. März 2017 gegen 11 Uhr holte mich dann ganz unerwartet die Realität ein. Ich ging eine Treppe herunter, stolperte und fiel einige Stufen nach unten. 
Meine Diagnose: Schürfwunden am rechten Arm, Prellungen und linker Fuß verstaucht.

Im Krankenhaus musste ich mich bei der zuständigen Sachbearbeiterin für Arbeitsunfälle melden. Die Dame stand mit einer Kollegin auf dem Flur und beide waren über mein Auftauchen nicht gerade erfreut. Die Tür zum Büro musste wieder aufgeschlossen und der PC angemacht werden. 

Dass auch immer Leuten was passieren muss, wenn man Pause machen will ...

Sorry, ich werde meinen nächsten Treppensturz besser koordinieren.

Gegen 14 Uhr war dann klar, dass meine Wunschdiagnose leider nicht den Tatsachen entsprach. 

Sie haben eine Außenknöchelfraktur links Typ Weber B, bleiben gleich bei uns und werden, sofern die Schwellungen zurückgegangen sind, morgen operiert.

Schlagartig fiel mir in diesem Moment ein, was ich noch alles zu erledigen habe, noch erledigen wollte und überhaupt ... 
Dieser Moment, in dem man realisiert, dass man nichts mehr erledigen kann und sich der Realität stellen muss, sehr niederschmetternd.

Das Bein wurde in eine Gipsschiene gepackt, ich umgebettet und in ein Zimmer gebracht.

Wie stark sind Ihre Schmerzen? Es gibt eine internationale Schmerzskala von 1-10, 10 ist die höchste Stufe, also wie ist das bei Ihnen?

Ja, so 5-6 ...

Das ist gut. Hier sind die Eiswürfel. Kühlen Sie ihr Bein. Nachher müssen Sie noch die Formulare für die OP ausfüllen. 

Fortsetzung folgt ...

Notfallambulanz

Von wann bis wann ist denn die Sprechstunde der Notfallambulanz? Ich soll zur Nachkontrolle kommen.

Von 11 bis 13 Uhr.

Ok, danke.

Aber wir lieben es nicht, wenn jemand um 5 vor 1 zu uns kommt. Wir haben dann Pause und möchten was essen.

Fazit:
Notfälle bitte so einrichten, dass man nicht die Pause der Mitarbeiter stört.

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Unter der Rubrik *Krankenhausgeflüster* poste ich meine Erfahrungen und Ereignisse, die ich während meines 6-tägigen Aufenthaltes in Neuenbürg erleben durfte.