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Genau ... !!!

Quelle Facebook • © Wir pflegen NRW e.V. - Stimme der pflegenden Angehörigen

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Wie oft habe ich diesen Spruch schon gehört ... ? Er trifft auf alle Bereiche des Lebens zu, nicht nur in der Pflege. Leider!

Rücksichtslos ...

Gestern war ich dienstlich mit einer älteren Dame unterwegs. 

Sie war vor Monaten gestürzt, was einen Krankenhausaufenthalt und eine Reha mit sich brachte. 

Daher benötigt sie in ihrem Alltag noch entsprechende Unterstützung.

Beim Verlassen der Apotheke wurden wir von einem Anwohner -einem älteren Semester - regelrecht angepöbelt, weil wir - seiner Meinung nach - zu langsam zum Auto gingen. 
*Solche Leute gehören nicht auf die Straße*, meinte er.

Beim Verlassen des Parkplatzes musste ich dann auch noch warten, um mich in den fließenden Verkehr einzufädeln. Obwohl ich ihn nicht einmal ansatzweise behinderte und er nur warten musste, quetschte er sich - ohne Rücksicht auf Fußgänger oder andere Verkehrsteilnehmer - hinter meinem PKW vorbei mit seinem Auto auf die Fahrbahn ... 

Fazit: Rücksichtslosigkeit und Unverschämtheit zieht sich durch alle Altersgruppen !!!

Zum Glück wird es eines Tages auch diesen Rüpel treffen und er wird auf Hilfe angewiesen sein. Da bin ich mir mehr als sicher !!!

... zu teuer

Nach Abzug des Anteils der Pflegeversicherung verblieb ein selbst zu zahlender Betrag in Höhe von 1,68 €.

Dies war der Anlass sich bei uns zu beschweren ... wir seien zu teuer ...

Liebe Frau XYZ,

wir kommen mehrere Stunden pro Woche zu ihrem Vater. Er freut sich sehr auf uns, weil wir ein wenig Abwechslung in seinen Alltag bringen. 

Wir helfen ihm im Haushalt, unterstützen ihn beim Einkauf und wenn er mag, gehen wir mit ihm spazieren oder Kaffee trinken. So nimmt er -wenn auch begrenzt und eingeschränkt- noch am Leben teil. 

Wir hören ihm gerne zu, wenn er von früher erzählt. 

Wir lachen mit ihm und motivieren ihn, wenn es ihm mal nicht so gut geht.

Jetzt hat er Angst, dass Sie mit ihm schimpfen, weil er will, dass wir nach wie vor zu ihm kommen, auch wenn er 1,68 € aus seiner Tasche drauflegen muss.

1,68 € pro Monat, das macht 20,16 € jährlich, die *ihr* Erbe schmälern ...

Sie kommen ihn nur ab und an besuchen.

Sie helfen ihm nicht im Haushalt.

Sie können seine Geschichten aus der Vergangenheit nicht mehr hören.

Überlegen Sie doch einfach mal vorher, bevor Sie uns als Abzocker bezeichnen.

Woche der Demenz & Fall Festival

Vom 19.09. bis 25.09.2016 findet die *Woche der Demenz* statt.

Am 21.09.2016 ist der Welt-Alzheimertag.

Man möchte die Menschen für die Krankheit sensibilisieren und mehr Verständnis für Erkrankte und deren Angehörige erreichen.

Weitere Infos dazu findet ihr unter www.woche-der-demenz.de

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fall © sylvia • sro 2016 • amy stoffel • fall festival
***fall festival***
by amy stoffel

Bewegtes Lagern

Am Dienstag war mal wieder eine Fortbildung angesagt. Das Thema lautete * Bewegen und Positionieren*.

Früher nannte man es *lagern*, jetzt positionieren ... es geht ja auch um Menschen ...

Nachhaltig beeindruckt waren wir von einer Übung, mit der das Seminar begann. Wir mussten 10 Minuten auf dem Rücken liegend aushalten - ohne eine Bewegung, ohne sich kratzen zu dürfen. Wie lange können 10 Minuten sein !!!! Und ganz klar, dass es irgendwo anfängt zu jucken !!!!

Viele unserer Patienten sind genau in dieser Situation, allerdings 24 Stunden, 365 Tage ... 

Und nicht nur im Bett kann es unangenehm werden. Wer sitzt schon gerne bewegungsunfähig stundenlang in einem Stuhl?

Wer Angehörige pflegt oder sich selbst bequemer *betten* möchte, kann mehr auf www.bewegtes-lagern.com nachlesen.

Euch allen wünsche ich einen guten Start in die letzte Augustwoche ... !!!

Für die Angehörigen ...

Diese Woche war mein Tourenplan mit einigen, für mich *neuen*, Kunden gespickt.

  • Eine alleinstehende Dame (Ende 80), für die ich einkaufen gehen sollte. Zuerst skeptisch und sehr zurückhaltend, reagierte sie auf meinen Vorschlag, gemeinsam zum Supermarkt und dem Gemüsehändler zu fahren. *Sie brauche halt immer so lange* ... ich blieb allerdings hartnäckig. Der Einkauf verlief ganz unkompliziert und die Dame blühte richtig auf. Sie traf Verwandte und Bekannte im Supermarkt und erzählte ganz stolz, dass ich sie zum Einkaufen mitgenommen habe. Und sie entdeckte Dinge, an die sie nicht gedacht und deshalb auch nicht auf den Einkaufszettel geschrieben hatte. Wir kennen das alle - oder nicht? Ein kleines Stückchen Lebensqualität und das Gefühl der Selbstbestimmung. *Meinen Kindern war ich immer zu langsam und deshalb haben sie mir alles mitgebracht* ... 

  • Ein Ehepaar (86/90 Jahre) ... sie begleitete ich beim Spaziergang, ihn bei den Einkäufen. Die alte Dame ist stark dement. Die Strecke ihres Spazierweges kennt sie allerdings aus dem *ff* und sie suchte das Gespräch ... *wo ich herkomme* wollte sie wissen und *ob ich diese oder jene Pflanze kennen würde.* Sie bemerkte auch, dass immer mehr Wolken aufzogen und man dann doch lieber schnell nach Hause gehen sollte. Ihr Ehemann ist aufgrund ihres Zustandes jetzt *Hausmann*. Er muss Dinge tun, die für ihn früher fremd waren ... einkaufen, kochen, putzen, waschen ... Die Kinder schauen wöchentlich vorbei und er spielt ihnen dann die *heile* Welt vor. Er verheimlicht ihnen, dass seine Frau sehr starke Schluckbeschwerden hat. Eine Scheibe Brot zu essen dauert fast 1 Stunde. Das Mittagessen wird püriert und trotzdem schluckt sie auch dann sehr schlecht und sammelt alles in den Backen ... 

  • Ein Ehepaar (Mitte 80), die aufgrund diverser Einschränkungen (Arthritis, Wirbelsäulenversteifung) eine Unterstützung im Haushalt benötigen. *Wir haben lange überlegt, ob wir um Hilfe bitten. Unsere Kinder meinten, dass wir doch auch so gut zurecht kommen.* *Ich habe für meinen Mann und meine Kinder die Karriere geopfert, früher hatte man ja als Frau keine Wahl. Und dann waren noch meine Mutter und Schwiegermutter, die ich pflegen musste ...*
Fazit:

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die die Lebensqualität erhöhen und das Gefühl vermitteln, noch am Leben teilnehmen zu können.

Manchmal reicht es schon, nur zu beobachten und zuzuhören oder mal unangemeldet vor der Tür zu stehen.

Es fällt schwer, seine Eltern alt, schwach und hilfsbedürftig zu sehen. Viele können auch nicht helfen und das ist keine Schande. Dafür sind wir ja da ...

Einfach nur lesen und sacken lassen ...

Gerade wieder wurde ich mit dieser unsäglichen Geschichte vom Kreuzfahrtschiff, das viel komfortabler und preiswerter sei als ein Pflegeheim, konfrontiert. Diesmal langte es mir.

Das ist meine Antwort:
Ich kenne den Text und muss sagen, dass er einen Nerv bei mir trifft, der gleichzeitig Blutdruck, Magensäureproduktion und Aggressionszentrum hochfährt. 

Auf dem Kreuzfahrtschiff dürfte kaum jemand sein, der die Passagiere wäscht, anzieht, ihnen den Hintern wischt, den Kot aus dem Darm räumt, ihr Erbrochenes wegwischt, sich beißen, kratzen, schlagen, anspucken, befummeln lässt, der auch dann noch freundlich und gelassen bleibt, wenn die ganze Nacht mehrere Leute durch die Flure und Zimmer laufen, laut nach ihrer Mama rufen und andere am Schlafen hindern, die ihre Wut darüber wiederum am Personal auslassen. Die lächeln und selbstverständlich keinerlei Zeichen von Ekel erkennen lassen, wenn der Kunde gerade seinen eigenen Kot verspeist und seine Zahnprothesen damit bombenfest zementiert hat. Die aus nichts mitten in der Nacht eine warme Mahlzeit zaubern, weil der Kunde um zwei Uhr früh der Meinung ist, er komme gerade aus der Schule und müsse jetzt Mittag essen. Die mit fundiertem medizinischen und psychologischen Wissen in Sekundenbruchteilen entscheiden können, ob das verzogene Gesicht auf eine lebensbedrohliche Ursache zurückgeht oder derjenige nur die zweite Trotzphase durchlebt. Der Seelentröster, Freund, Mama, Oma, Tochter, Prügelknabe ist, manchmal auch alles zugleich, und sich dafür noch lächelnd bedankt, dafür trotz fundierter Aus- und Fortbildung weniger als 2000 Euro brutto mitnimmt und selbst einmal, bedingt durch Altersarmut, im Mehrbettzimmer enden wird, wo ihm dann drei andere beim Verrichten seiner Notdurft zusehen. 
Alle jammern über die Pflegekosten, über die geldgierigen Pflegekräfte, die allerdings oft genug unbezahlte Überstunden leisten, da das System sonst schon lange zusammengebrochen wäre. Diesen Job allerdings selbst auszuüben, lehnen die meisten als Zumutung ab, selbst bei den eigenen Angehörigen. Die bringen sie dann ins Heim, wo sie ihr schlechtes Gewissen dadurch kompensieren, dass sie unerfüllbare Forderungen an die Pflegekräfte stellen und ihnen täglich in äußerst borniertem Ton erklären, wie diese ihren Beruf auszuüben haben.

Urheber Text © Sanna Templer • Pflege Aktivisten / Veränderungen in allen Sozialen Bereichen

Spieltrieb

Vor einer betreuten Wohnanlage für Senioren wird jetzt vor spielenden Kindern gewarnt! Wahrscheinlich sind die Bewohner wieder in ihr kindliches Verhaltensmuster zurückgefallen.

Sicher spielen sie Blinde Kuh oder Himmel und Hölle auf der Straße, oder machen Wettlaufen mit ihren Gehhilfen, Rollstühlen oder Rollatoren ...


Verhaltensstörungen bei Demenz - Gefährliche Psychopharmaka

Viele Menschen mit Demenz leiden vorübergehend an psychischen Problemen oder Verhaltensstörungen, zum Beispiel Depressionen, Aggressivität oder Agitation (Rastlosigkeit). Häufig werden den Betroffenen dann Antipsychotika verschrieben, den meisten über viele Monate oder Jahre. 

Dies widerspricht nicht nur den geltenden Behandlungsrichtlinien. Studien zeigen, dass Antipsychotika bei diesen Problemen wenig nützen. Die Nebenwirkungen können dagegen fatal sein: Die Medikamente beschleunigen den kognitiven Zerfall und erhöhen das Schlaganfall- und Sterberisiko dementer Personen. 

Erst kürzlich zeigte eine amerikanische Studie, dass die Sterblichkeit von Demenzpatienten, die Antipsychotika einnehmen, sogar noch höher ist, als frühere Studien gezeigt haben. Eine dauerhafte Einnahme von Antipsychotika ist für Menschen mit Demenz riskant.

Das Problem sei, dass eine adäquate Behandlung von psychischen Problemen und Verhaltensstörungen sehr aufwendig sei. Denn es gibt viele Gründe, warum jemand solche Probleme entwickelt. Schmerzen oder andere Erkrankungen sind ein häufiger Grund für Aggressionen oder Unruhe. Womöglich hat eine Person aber auch zu wenig Bewegung oder Abwechslung im Tagesablauf. Deshalb ist sowohl eine medizinische als auch eine psychosoziale Untersuchung nötig.

ABER:

MEDIKAMENTE WERDEN VON DEN KRANKENKASSEN ÜBERNOMMEN, ZUSÄTZLICHER PERSONALEINSATZ NICHT !!!

Quelle Internet • Urheber Text © Werdenfelser Weg - Das Original

Pflege am Fließband ...

Wie viel Zeit nehmt ihr euch für diese Dinge?

Ach ja ... die Zeit für das Duschen ist inklusive abtrocknen, eincremen, anziehen ... 

Ich bin sprachlos ... und sauer !!!

© Karl Schell
Wie blöd und menschenverachtend ist dass denn ...?!?!
Mir fehlen gerade wieder mal die Worte !!!

Rente ...

Quelle • Internet • Facebook • Berlin dit jefällt ma
Quelle • Internet • Facebook • Berlin dit jefällt ma

Preiskampf

gefunden in facebook bei pflege aktivisten / veränderungen in allen sozialen bereichen
Alles nur noch eine Frage des Geldes ... von Menschenwürde oder Zuwendung keine Spur !!!  Wo das noch hinführen wir? Ich will es nicht wissen. 

Lebensweisheit ... oder so ... ?!?

Nach vielen Monaten war ich heute mal wieder bei einem Patienten, dessen Frau ich fast 1 Jahr *versorgt* hatte. Sie kam im Herbst letzten Jahres nach einer Beinamputation ins Pflegeheim. Leider war die häusliche Pflege nicht mehr möglich gewesen.

Dort hatte er [über 90 Jahre alt] sie jeden Tag besucht, obwohl ihn seine Frau aufgrund ihrer Demenz nicht mehr erkannt hatte. Pünktlich zum Mittagessen war er da, um ihr das Essen zu reichen. Dann ging er nach Hause und kam zum Kaffee trinken wieder zurück. Er konnte und wollte sie nicht *alleine* lassen. 

Dann, an einem Nachmittag im Februar, ist sie an seiner Seite eingeschlafen.

Heute gab er mir eine Karte mit folgendem Text:

Schließe ab, mit dem was war.
Sei glücklich, über das was ist.
Bleibe offen, über das was kommt.
Das Leben ist schön.
Von einfach war nie die Rede.

Müde

Lasst mich doch in Ruhe mit

aufstehen,
essen,
Medikamenten,
trinken,
reden
und überhaupt allem
von dem ihr meint ich muss doch aber...

Ich muss nichts mehr

Ich bin alt
Ich habe
gelebt,
geliebt,
gekämpft,
gewonnen,
verloren,
gelacht,
geweint
Ich bin müde
lasst mich jetzt einfach

SEIN!

Quelle Internet • Pflege Aktivisten • Urheberin des Textes ©Tania Zimmer 2015

Wenn ich dement werde ...



Wenn ich dement werde, habe ich das Gefühl, dass mich andere schwer verstehen. Genauso schwer ist es für mich andere zu verstehen. Mache deine Stimme ganz leise und sieh mir ins Gesicht, dann verstehe ich dich am besten. Mache nur wenige Worte und einfache Sätze und versuche herauszufinden, ob ich alles verstanden habe. Schau mich an und berühre mich, wenn du mit mir sprichst.

Wenn ich dement werde, habe ich häufig keine Lust spazieren zu gehen. Aber ich weiß hinterher, dass es mir danach besser geht.

Wenn ich dement werde, möchte ich gute Musik hören von damals, aber ich habe vergessen, welche. Lass sie uns zusammen hören. Ich vermisse das. Ich mag gerne singen, aber nicht alleine.

Wenn ich dement werde, dann ist da manchmal gar nichts, wenn ich was begreifen soll. Aber vielleicht begreife ich besser, als du denkst. Ich vermisse schöne Dinge, Fotos, Sonnenuntergang, gutes Essen und spüre das tiefer als du denkst.

Wenn ich dement werde und sage "ich will nach Hause", dann antworte mir ernsthaft, damit ich merke, dass du weißt, dass ich mich im Moment sehr unsicher fühle.

Wenn ich dement werde, soll mein Leben einfach, übersichtlich und voraussehrbar sein. Und so sein, dass ich das gleiche mache jeden Tag zur gleichen Zeit - auch wenn es dauert, bis ich es verstehe.

Wenn ich dement werde, musst du ruhig zu mir sprechen, damit ich keine Angst bekomme und nicht das Gefühl kriege, dass du mit mir böse bist. Du sollst mir erzählen, was du tust. Du sollst mich wählen lassen und respektieren, was ich wähle.

Wenn ich dement werde, kann ich vielleicht nicht immer mit Messer und Gabel essen, aber bestimmt sehr gut mit den Fingern. Lass mich das tun.

Wenn ich dement werde und ich bin eigensinnig und vielleicht boshaft und habe schlechte Laune, dann bin ich das, weil ich mich so machtlos und hilflos fühle.

Wenn ich dement werde, kann ich mich nicht mehr erinnern, was ich gerne möchte, dann musst du mich lernen mir das zu zeigen.

Wenn ich dement werde und Panik bekomme, dann nur, weil ich an 2 Dinge gleichzeitig denken soll. HAlte meine Hand fest und hilf mir, mich auf die Sache zu konzentrieren.

Wenn ich dement werde, bin ich zu beruhigen, nicht mit Worten, sondern in dem du ganz ruhig neben mir sitzt und meine Hand hältst.

Wenn ich dement werde, verstehe ich nicht das Abstrakte, schwach Formulierte. Ich will sehen, spüren und begreifen, wovon du sprichst.

Ich bin oft verzweifelt.

Verzweifle nicht auch du.


Quelle Internet • Urheber nicht bekannt

Dement ...

Liebes Pflegepersonal ,

irgendwann wurde ein Test mit mir durchgeführt, er heißt MMST (Mini Mental Status Test). Ich hatte nur ganz wenige Punkte und nun teilte man mir mit ich sei an Demenz erkrankt. Ich glaube früher nannte man das tüddelig und heute ist man eben gleich dement. Ich wurde dann vermutlich tatsächlich irgendwann also richtig dement, nur daran kann ich mich irgendwie nicht mehr erinnern. 

Irgendwie bin ich manchmal sauer auf euch, denn wenn ihr morgens in mein Zimmer kommt und ich euch sage das ich mich schon gewaschen habe dann glaubt ihr mir das nicht und das macht mich auch traurig. Ich habe ganz andere Zeiten als ihr heutzutage erlebt, lasst mir doch den Glauben ich hätte mich anständig versorgt. Aber nein, da kommt doch jemand und nimmt mich nochmal mit ins Badezimmer. 

Nun werde ich aber wütend und drohe Schläge an, doch das interessiert wohl nicht. Und genau deswegen hole ich jetzt aus. Ab jetzt bin ich der aggressive demente Patient, also noch eine Steigerung des ganzen Übels. Dabei hatte ich doch gewarnt, aber ihr habt meine Intimsphäre nicht bewahrt, wie unverschämt von euch!! Ihr könnt mich nicht verstehen und manchmal verstehe ich nicht warum das so ist. Wenn ich könnte würde ich euch mehr verstehen wollen, doch wenn ihr mir sagt das ihr weiter müsst habe ich es meistens wieder sofort vergessen und nun rufe ich wieder "Hallo, Hallo, helft mir doch."

Irgendwie sind viele einfach nur genervt von mir. Doch manche haben auch verstanden wie ich mich wohl fühlen muss, zu mindestens ein bisschen, sie holen sich zu mir ins Stationszimmer, beschäftigen sich mit mir wenn es passt, reden mit mir, sehen mich als ganzes. Schauen was ich früher einmal gewesen bin, was mir Spaß gemacht hat, dann fühle ich mich meistens wohl. Glaubt mir, wenn ich könnte ich würde mich oft anders verhalten aber ich kann nicht, aber ihr habt noch alle Fähigkeiten seid kognitiv nicht eingeschränkt, also zeigt Verständnis für mich. 

Dankeschön

So könnte ein Brief eines Dementen ausehen, wenn er in der Lage wäre, sich zu artikulieren ... 

Quelle Internet • Verfasser © Christine Uffmann

Gartenhaus

gartenhaus © sylvia • sro 2015

gartenhaus © sylvia • sro 2015

gartenhaus © sylvia • sro 2015
Mein Job hat auch angenehme Seiten, wie z.B. die Betreuung einer alten Dame. Ihr Garten birgt viele kleine Schätze und beim Spaziergang werden -trotz ihrer Demenz- Erinnerungen wach. Wenn sie erzählt, strahlen ihre Augen ...

Gesundheitswesen

Quelle Internet • Pflegepersonal auf die Straße
Quelle Internet • Pflegepersonal auf die Straße

Da muss man nichts erklären oder zufügen ... in diesem Sinn euch allen einen guten Start in die neue Woche.

Stellen wir uns mal vor ...

Stellen wir uns mal vor, alle Pflegekräfte in Deutschland wären Mitglied in einer Vereinigung, so wie die Lokführer in der GDL.
Und wir würden nun genau so streiken. Ein Angebot von 4,9% mehr Lohn und eine Einmalzahlung von 1000 € für Ende Juni wäre uns nicht genug, denn das löst das Problem nicht an der Wurzel.
Und nun streiken wir in GANZ Deutschland, in allen Krankenhäusern, Altenheimen und ambulanten Pflegediensten, die Krankenschwestern bei der Bundeswehr, in anderen Einrichtungen wie z.B. Behindertenwohnheimen usw. Die Krankenhäuser und Altenheime laufen nur noch auf Notfallbetrieb - noch minimal weniger als bisher.
Die Notfallambulanzen sind nur mit dem Mindesten an Pflegekräften besetzt (so wie sonst, haha), alle Operationen abgesehen von Notfällen sind abgesagt, auf den Stationen werden die Patienten nur noch notdürftig versorgt und müssen lange warten auf Medikamente, Essen etc., Bettlägerige Menschen müssen länger warten bis sie gewaschen werden, falls das während des Streiks überhaupt täglich möglich ist, sie müssen länger warten bis sie sauber gemacht werden, klingelnde Patienten werden oft erst nach einer halben Stunden aufgesucht weil nur noch ganz wenig Personal da ist und das für mindest eine Woche lang.
Angehörige gehen allmählich auf die Barrikaden, weil ihre Familienmitglieder oder Freunde, die bei uns in Behandlung sind, pflegerisch immer schlechter versorgt werden, eben nur so viel wie gerade erforderlich, um die Würde der Patienten nicht zu verletzen.
Keine Untersuchungen, keine Visiten bei denen die Schwester dabei ist, keine Schwester die die Visiten und Anordnungen ausarbeitet. Nur Schwestern, die die notwendigste Versorgung übernehmen.
Das eine Woche lang. In jedem Krankenhaus und Altenheim etc. in Deutschland. Auf jeder einzelnen Station in den Krankenhäusern und Heimen.
Was denkt ihr, was würde man uns da für ein Angebot machen?
Wahrscheinlich zuerst mal mehr Geld. Aber das ist nicht die Lösung für das Pflegenotstandproblem in Deutschland.
Geld ist noch nicht einmal unbedingt das einzige was wir wollen. Wir wollen mehr Anerkennung für unseren Beruf. Die Altenpflege ist nicht schlechter als die Krankenpflege, sie verdient die gleiche Vergütung und Anerkennung wie die Gesundheits- und Krankenpflege.
Wir möchten, dass sich etwas am Personalschlüssel ändert. Dass nicht nur am Minimum mit Personal gearbeitet wird, sondern dass mehr QUALIFIZIERTES Personal dauerhaft mit Festverträgen eingestellt wird, so dass eine Schwester nicht mehr 12 oder mehr Patienten alleine zu versorgen hat, sondern so wie in anderen Ländern, z.b. Skandinavien, maximal 6 bis 8.. Das wäre schon genug. Das würde alle hart arbeitenden Pflegekräfte in Deutschland schon ein riesengroßes Stück entlasten. Und vor allem die privaten Träger könnten sich diese Forderung definitiv leisten.
Dauerhaft mehr Geld wäre für das was wir täglich leisten, auch eine Forderung. 4,9% wie aktuell die GDL angeboten bekam + 1000 Euro Einmalzahlung (inklusive des erhöhten Personalschlüssels) würden mir persönlich als Krankenschwester erst mal reichen.
Denn ich und alle anderen Pflegekräfte gehen täglich nicht einfach nur arbeiten, wir geben jeden Tag ein Stück von uns selbst, wir denken in der Zeit in der wir arbeiten nicht mehr nur an uns, sondern immer zuerst an das Wohl des Patienten, wir verkneifen uns Toilettengänge, wir rennen mit großem Hunger- und Durst über die Station, aber wir versorgen erst die uns anvertrauten Menschen. Danach kommen wir selbst. Das ist der Pflegealltag in Deutschland. Jeder Dienst raubt uns ein Stück unserer körperlichen und seelischen Kraft, und wir bekommen von unseren Arbeitgebern aufgrund der Situation in Deutschland zu wenig Zeit, uns wieder zu erholen.
Aber nun, das allerwichtigste, was am Ende dieser Woche des Streiks geschehen würde, ist:
Ganz Deutschland hat hautnah erlebt, was passieren würde, wenn es keinen mehr von uns geben würde und wie sehr man uns braucht.
Und danach würde vielleicht endlich etwas passieren und sich etwas zum Vorteil der Patienten und für uns ändern.

Quelle Internet • www.anerkennung-pflege.de • Urheber: Eine Krankenschwester